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Bild des Monats Dezember 2007.
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Fra Angelico (um 1400-1455)
Verkündigung Mariä, um 1432-33
Tempera auf Holz, 175 x 180 cm
Cortona, Museo Diocesano
Von großer Schönheit ist diese Altartafel, wozu noch eine schmale Predella (Altarunterbau) gehört, die weitere Szenen aus dem Marienleben zeigt. Die große Tafel ist eine von mehreren Kompositionen mit dem Thema der Verkündigung an Maria, die der toskanische Meister Fra Angelico schuf. Zum Beispiel für das Kloster San Domenico in Fiesole, ein Altarbild befindet sich heute im Treppenaufgang zum Dormitorium des Klosters San Marco in Florenz, eine Tafel ist in der Kirche San Francesco (Montecarlo) zu entdecken und ein weiteres Gemälde wird im Prado in Madrid aufbewahrt.
Die Marienverehrung und besonders die Bedeutung des Festes Maria Verkündigung haben seit dem 12. Jahrhundert stetig zugenommen. Zisterzienser, Dominikaner und Franziskaner haben das Lob der Gottesmutter zu ihrem besonderen Anliegen gemacht. In Florenz und einigen anderen toskanischen Städten ließ man das Kalenderjahr mit dem 25. März, dem Tag des Verkündigungsfestes, beginnen.
Das Gemälde verbindet zwei Themen, die in ihrer heilsgeschichtlichen Bedeutung in engem inhaltlichen Zusammenhang stehen. Links oben ist die Vertreibung Adams und Evas aus dem Paradies dargestellt und rechts die Verkündigung an Maria. Mit der Menschwerdung Christi und seiner Passion wird der göttliche Heilsplan erfüllt und die Schuld des ersten Menschenpaares gesühnt. Diese inhaltliche enge Verbindung wird mit der Loggienarchitektur, welche die beiden Themen, Vertreibung aus dem Paradies und Verkündigung an Maria, konzeptionell miteinander verbindet, sinnfällig zum Ausdruck gebracht. Soeben scheint der aus dem Paradies kommende Engel die Loggia betreten zu haben um sich nun demutsvoll vor der ´Magd des Herrn` zu verneigen, die mit gleicher Geste antwortet.
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Der Engel ist aber nicht nur Bote. Der äußeren Beziehung Marias zu dem Engel entspricht eine innere zu Gott, d.h. zu allen drei Personen der Gottheit: dem Vater, der nach der Bestrafung Adams und Evas
nun den Beschluss der Erlösung gefasst hat, dem Geist, der denselben vermittelt und dem Sohn, der diesen durch den Tod am Kreuz ausführt. Für alle diese Beziehungen hat Fra Angelico die seit alters her bekannten Sinnzeichen in sein Gemälde aufgenommen: Gottvater, dessen Antlitz im Zwickel der beiden Arkadenbögen in einem Tondo erscheint, sendet die Taube; die Taube, welche Maria überschattet; und Maria, die sich leicht nach vorne beugt, um den mit goldenen Lettern eingeschriebenen Worten des Engels zu lauschen.
Das mystische Ereignis der Menschwerdung Christi spiegelt sich in der Zwiesprache Marias mit dem Engel und die Empfängnis in ihrer Haltung wieder. Bernhard von Clairvaux hatte das Mysterium wie folgt beschrieben: „Sie empfängt mit dem Ohr durch die Worte des Engels, mit dem Herzen durch den Glauben, mit dem Mund durch das Bekennen, mit der Hand durch das Berühren, mit dem Leib durch die Fleisch-werdung, mit dem Schoß durch das Tragen und mit den Armen durch das Umfassen.“ Auf der Suche nach einer tiefen Deutung der Heilsgeschichte haben Künstler zu allen Zeiten die überlieferten Symbole und Zeichen in ihren Bildern neu zu interpretieren versucht.
Auch Fra Angelico hat seine persönliche Empfindung in dieser Darstellung zum Ausdruck gebracht. So weiß er zum Beispiel die Begegnung Marias mit dem Engel neu zu deuten. Beide begegnen einander mit ausgesuchter Höflichkeit und Ehrfurcht, während in Werken anderer Meister der Engel oft als Furcht einflößende Autorität erscheint. Nicht zuletzt verbindet er die neue architektonische Perspektive der Renaissance mit der mittelalterlichen Vorliebe nach anschaulichen Bildgeschichten und üppiger Vergoldung.
Für den tiefreligiösen Künstler-Mönch dienten aber alle Neuerungen nur einem höheren Zweck: Er wollte den Betrachter zu kontemplativem Denken, zur Andacht und Verehrung des Heiligsten führen.
Literaturtipp:
Wolfgang Bader, Fra Angelico, Einblicke in Leben und Werk, München 2005.
K. Bering, Fra Angelico: Mittelalterlicher Mystiker oder Maler der Renaissance? Essen 1984.
R. Toman (Hg.), Die Kunst der italienischen Renaissance, Köln 1994.
J. Liebrich, Die Verkündigung an Maria, Köln, Weimar, Wien, 1997.
Ausstellungen:
Diocesan Museum Cortona, www.cortona.com
Museo del Prado Madrid, http://museoprado.mcu.es |
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