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Bild des Monats März 2007
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Pieter Bruegel d. Ä. (1525/30 - 1569)
Der Kampf zwischen Karneval und Fastenzeit 1559,
Kunsthistorisches Museum, Wien.
Öl auf Holz, 118 x 164,5 cm

Piter Bruegel d.Ä., Kampf zwischen Karneval und Fastenzeit

Pieter Bruegel d.Ä. war der ursprünglichste und einflussreichste niederländische Künstler des 16. Jahrhunderts. Das Hauptthema seiner geistreichen, beißenden Kunst ist der Mensch. Mit Humor und Komik hat er in diesem Bild die Konflikte zwischen den Menschen und im Menschen selbst zur Anschauung gebracht.

Schauplatz ist der Markt- und der Kirchplatz einer Stadt, die er in zwei gegensätzliche Bereiche polarisiert. Rechts ist die Kirche aus der die Gottesfürchtigen strömen. Sie verteilen Almosen an Bettler und Krüppel, beten und fasten. Auf dem Platz gegenüber befinden sich die Wirtshäuser. Dort wird getanzt, gewürfelt, gespielt, getrunken und gegessen. Die Bettler und Krüppel kümmern die Menschen hier nicht. Im Vordergrund bestreiten der fette „Fastelovend“ und die hagere „Frau Faste“ ihr Tunier. Auf dem Boden des Platzes verstreut liegen Symbole der Vergänglichkeit wie Eierschalen und Knochen.

Gleichnishaft hat Pieter Bruegel d.Ä. die Darstellung der niederländischen Fastnachtsbräuche benutzt, um die Komödie und Tragödie des menschlichen Lebens darzustellen.

Links oben, vor dem Gasthaus „Zum Drachen“ wird das Fastnachtsspiel „Ourson und Valentin“, der ungleiche Bruderkampf, aufgeführt. Es ist die Geschichte von Kaiser Alexander und seiner Frau Belisante, die ihren Sohn, Ourson, verstoßen haben. Während sein Bruder Valentin am Hofe König Pippins aufwächst, wird Ourson im Wald von Bären erzogen. Die junge Braut von Valentin, die ´schöne` Fessona erkennt, daß es sich bei dem Wilden Mann mit der Keule um den Bruder Valentins handelt und führt die gegensätzlichen Brüder, den ´Wilden` und den ´Gezähmten`, wieder zusammen.

 

Die Geschichte von der schmutzigen Braut wird links unten vor der Kneipe „Zum Blauen Schiff“ aufgeführt. Diese Zigeunerhochzeit erzählt von dem dummen Bauern, der ganz stolz auf seine doch sehr heruntergekommene Braut ist, die auch gleich ihren erbärmlichen Hausstand mitgebracht hat. In diesem Spiel steht das Gegensatzpaar ´arm und reich` im Mittelpunkt.

Bruegel hat sein ´Welttheater` in einem Kreis angeordnet. Dieser (Lebens-)Kreis wird von den vertikal und horizontal angelegten Hauptgassen der Stadt durchkreuzt. Das Kreuz, als wichtigstes Symbol des christlichen Glaubens, teilt das Bild wiederum in vier Bereiche, die für die vier Jahreszeiten stehen.

Ein Paar, das von einem Narren geleitet wird, strebt der Mitte und der hellsten freien Stelle in diesem Bild zu. Sie sind die einzigen Personen deren Antlitz Bruegel uns ganz offensichtlich nicht offenbaren will. Wir erfahren also nicht was diese Menschen auf der Suche nach der ´goldenen Mitte` bewegt. Doch werden wir Betrachter - durch die Rückenansicht dieser Figuren - gleichsam zu ihrem Gefolge und haben wie sie den Narren vor Augen.

Mit diesem Kunstgriff offenbart sich der Humanist und Gelehrte Bruegel und macht uns darauf aufmerksam uns selbst und unser Tun nicht allzu ernst zu nehmen. Denn ganz gleich wie wir uns verhalten, dem Lebenskreis des menschlichen Miteinanders, dem Kreuz der Entscheidungen und inneren Widersprüchen, können wir uns ebenso wenig entziehen wie dem Drang, das Glück zu suchen, und die Hoffnung darauf, dieses zu finden.

Literatur:

• W. Seipel, Pieter Brueghel d.Ä. im Kunsthistorischen Museum Wien, Wien 1997.
• Rose-Marie und Rainer Hagen, Pieter Bruegel d.Ä., um 1525 – 1569, Bauern, Narren und Dämonen, Köln u.a. 2004.

Links:

• Wien, Kunsthistorisches Museum, www.khm.at

• Brüssel, Musées Royaux des Beaux-Arts, www.fine-arts-museum.be

 
 

 

 

 

 
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